Biblischer Hintergrund

Lieber Leser gleich zu Beginn sei von mir vermerkt, dass ich beim Neuen Testament mit folgender Quelle arbeite:

EMIL BOCK  Das neue Testament Übersetzung in der Originalfassung Verlag Urachhaus 1998.

Ansonsten werde ich mit folgender URL arbeiten www.bibleserver.com/start  Einheitsübersetzung 2016.

Sollten meiner Meinung nach Aussagedifferenzen auftreten, werde ich obige Literatur danebenstellen.

Die eigentliche Quelle für die Wortschöpfung "Gelassenheit" findet sich im neuen Testament (NT), denn dort fordert Jesus Christus selbst, dass "Loslassen" oder "Verlassen", zunächst der nahestehenden Menschen und der Güter, dann aber auch das Loslassen des eigenen Ichs, ja sogar die Selbstverleugnung.

Lit.1/S.72

So fängt es an: (Matthäus 16,24)

Darauf sagt Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

In Lukas: (Lukas 14,26) 

Einheitsübersetzung: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.

Bock Übersetzung: Wenn jemand zu mir kommt und sich nicht freimachen kann von seinem Vater und seiner Mutter, von seinem Weibe und seinen Kindern, von Brüdern und Schwestern, ja sogar von seiner eigenen Seele, der kann nicht mein Jünger sein.

Da geht`s noch schärfer zur Sache (für unsere heutigen Begriffe) bei (Lukas 14,33):

Einheitsübersetzung: Ebenso kann keiner von Euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Bock Übersetzung: Wer nicht allem, was ihm angehört, abzusagen bereit ist, kann nicht mein Jünger sein.

Hier finde ich den Unterschied in der Aussage sehr gravierend - "Alles" und "seinen Besitz" finde ich für verschiedene Mengenbegriffe und daher Größenordnungen - ohne die Frage nach dem "ganzen Besitz" zu klären. Warten wir ab, was uns auf der Reise zur Gelassenheit noch alles begegnet - aber bitte nicht aus den Augen lassen; Für mein Verständnis können sich im Unterschied beider Auslegungen viele Missverständnisse auftun. 

 

Diese hier sehr radikal anmutenden Forderungen Jesu Christi können aus moderner theologischer Sicht als die ungeheure Aufforderung gedeutet werden, den Pfad zu Gott allein zu finden. Es ist demnach einer der schwersten Wege im Leben, die nur allein beschritten werden können.

Lit.1/S.72

Hier ist der erwachsene Mensch auf sich gestellt. Vor allem fordert Jesus damit jeden auf, sich zu fragen:

Was will ich, wer bin ich? Worin besteht der Sinn meines Lebens?

Lit.10/l.o.S.